Es gibt Bücher, die man liest und wieder vergisst. Und es gibt Bücher, die etwas auslösen, lange bevor man versteht, warum. Bei mir war es das Buch Aus der Dunkelkammer des Bösen von Mark Benecke.
Ich war etwa elf Jahre alt, als ich es gelesen habe und seitdem hat mich die Frage nicht mehr losgelassen, was hinter einer Geschichte steckt. Damals konnte ich noch nicht einordnen, warum mich solche Geschichten so sehr beschäftigen. Heute weiß ich, dass es nie nur um das Verbrechen selbst ging. Mich interessiert, was darunter liegt. Die Motive, die Brüche, die Dinge, die so oft übersehen werden, obwohl sie direkt vor uns liegen.
Dieses Bedürfnis, tiefer zu gehen, ist geblieben.
Warum ich damit angefangen habe
Während meines Studiums habe ich viel über den Journalismus erfahren dürfen und vor allem gelernt, wie man Geschichten richtig erzählt. Dabei bin ich auf Themen gestoßen, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, jedoch aufgrund der fehlenden Kapazitäten nie in ein Format gepasst haben. Diese Geschichten wären oft aufwendig gewesen und hätten einfach zu viel Zeit gebraucht. Nun wollte ich nicht mehr länger damit warten, irgendwann in einem Job damit anzufangen. Ich wollte diesen Geschichten einen Raum geben, der mir im Studium gefehlt hat.
Worauf ich meinen Fokus lege
Ein großer Interessensbereich von mir ist True Crime. Ganz egal, ob Podcasts, Dokus oder Bücher. Irgendwann ging es mir nicht mehr nur um die einzelnen Fälle, sondern um die Frage, wie solche Geschichten überhaupt ans Licht kommen. Viele der Dinge, die wir heute wissen, wurden nicht zufällig entdeckt, sondern von Journalistinnen und Journalisten recherchiert und öffentlich gemacht. Genau das reizt mich. Wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt, will ich verstehen, warum.
Wie ich arbeite
Während meines Bachelor Studiums fehlte es mir oft an den Ressourcen, Themen aufzuarbeiten, die gründliche Recherche und Zeit brauchen. Recherche ist für mich kein schneller Prozess, sondern etwas, das sich entwickelt. Ich lese, spreche mit anderen, ordne ein und versuche, Zusammenhänge zu verstehen, bevor ich sie aufschreibe. Dabei bilde ich mich kontinuierlich weiter, unter anderem durch Angebote von Netzwerk Recherche und dem Global Investigative Journalism Network. Mir ist wichtig anzumerken, dass ich nicht mit großen Ressourcen arbeite, aber mit dem Anspruch, so gründlich wie möglich zu sein. Über meinen Instagram-Account teile ich Einblicke in laufende Recherchen und Entwicklungen.
Einige meiner Arbeiten aus dem Studium:
Reportage: Nicht vorgesehen – Wenn Familien durchs Raster fallen
TV-Show (Regie): Journalismus Masterclass 2025
